Tuesday, March 30, 2010

Ein perfekter Tag

„Ein perfekter Tag“, lautet das Thema. Stille. Kaum hören meine Synapsen das Wörtchen perfekt, herrscht ein wildes Durcheinander in meinem Kopf. Ein perfekter Tag - eine unlösbare Aufgabe für mich? Wie sieht so ein Tag aus? Ich weiß keine Antwort. Tausend Gedanken, und das soll ich alles in einen Tag packen? So viel Zeit habe ich nicht. Wie sieht er aus? Gibt es denn den perfekten Tag? Ich beginne zu grübeln. Natürlich ist es ein Tag ohne Büro. Das heißt, ohne Wecker klingeln. Und schon zerfließt mein perfekter Tag in Wenn und Aber. Arbeit sollte auch mit eingeplant werden.

Ich stelle mir vor, ich wache neben dir auf und weiß genau es ist kein Traum. Du liegst neben mir im Bett und schläfst. Ich sehe mich im Raum um und stelle fest, ich bin in einer Blockhütte. Im Kamin liegt noch Glut vom Tag zuvor. Es gibt kein Telefon und keinen Fernseher in der Hütte. Ich sehe durchs Fenster. Es sind einfache Fenster, keine Doppelverglasung. Eisblumen zieren die Scheibe. Ein eigenartiges Licht ist draußen. Ich mache die Türe auf und sehe Schnee. Wir sind in den Bergen und es hat die Nacht über geschneit. Ich mache Frühstück und weil ich so herum poltere wirst du wach. Dann öffnest auch du die Türe und siehst den Schnee. Schon ist klar, dass wir nach dem Frühstück im Schnee spazieren gehen. Nach dem Spaziergang geht’s auf den Weg ins Büro.

Im Büro angekommen, scheint heute alles wie am Schnürchen zu laufen und die Arbeit geht mir total leicht von der Hand. Tolle Gespräche, kreative Meetings und ein erfolgreicher Projektabschluss runden die Stunden im Büro ab. Da es ein perfekter Tag ist, mach ich mich um 3 auf den Heimweg.

Schnell in die Sportklamotten und raus ne Runde Joggen – anschließend daheim angekommen gibt es ein wenig Wellness und Schönheitspflege und ich genieße den Luxus einer Badewanne am helllichten Tag und denke über den perfekten Tag nach.

Mit Sicherheit hat der perfekte Tag viel Zeit zum Relaxen, Sportlern, Filme schauen, Zeit um mit einer Freundin Kaffee zu trinken und dazu Kuchen zu genießen, der bestimmt keine Kalorien auf der Hüfte hinterlässt. Vielleicht könnte zum perfekten Tag noch ein romantisches Abendessen zu zweit gehören. Und selbstverständlich ein Nachmittag auf dem Sofa, mit dicken Socken und einem guten Buch.
Was mir aber während dieser Grübelei auffällt? Für mich gibt es diesen perfekten Tag gar nicht, denn es wäre purer Stress, das alles in einen Tag zu drücken.

Zurück zu meinem perfekten Tag. Nach dem feinen Bad zieh ich mir was schönes an und mache mich hübsch - um mich dann so auf einen schönen gemütlichen Abend mit Freunden und leckerem Essen zu freuen...


Doch, ich finde schon, so einen Tag kann man durchaus als perfekten Tag bezeichnen.
Aber jeder Tag hat diese perfekten Momente, die so gar nicht perfekt anfangen... man muss nur die Augen aufmachen und bereit sein, diese Momente zu entdecken und zu genießen.

zeit heilt alle wunden...



...so hört man immer wieder
wenn man am Boden zerstört
keinen Sonnenstrahl mehr sieht.
Heilt sie wirklich?
Oder lässt sie nur verblassen
was keiner mehr sehn will
was alle am liebsten
vergessen wollen?
Manche Wunden mögen heilen,
doch Narben bleiben immer,
manchmal nur ganz kleine
die man nur bemerkt
bei genauem Hinsehen...
Doch auch die kleinen Narben
können plötzlich aufbrechen,
unerwartet und erschreckend.
Und dann stellen wir bestürzt fest,
dass die Wunde doch noch weh tut.
Doch sie sind wichtig, diese Narben,
weil sie uns erinnern,
dass wir nicht allmächtig sind
und dass wir sind, was wir sind
durch alle Erfahrungen hindurch
die unser Leben ausmachten.
Und wenn es uns gelingt,
dennoch nach vorn zu schauen,
trotz Narben auch das Schöne
wahrzunehmen und zu genießen,
dann hat Heilung eingesetzt...